„Mal doch mal was für unser Gästeklo! Das Nordsee-Poster, das dort seit Jahren hängt ist doch inzwischen langweilig.“ Meine Frau hat immer wieder tolle Ideen, vor allem für mich. Was, bitteschön, passt in ein Gästeklo, um ein Nordsee-Poster abzulösen?

Das Schloss Mirabell in Salzburg konnte sich ab 1690 rühmen, über etwas ganz Besonderes zu verfügen. Das lag an Herrn Johann Bernhard Fischer aus Erlach. Er entwarf 28 Marmorskulpturen und platzierte sie im schlösslichen „Zwergelgarten“. Natürlich war sich Herr Fischer dabei nicht bewusst, dass er damit einen weltweiten Zwergenkult in Gang setzt, der bis zum heutigen Tag bei Vielen Angst und Schrecken auslöst.

Ursprünglich Gärtnern oder mittelalterlichen Bergleuten nachempfunden avancierte der Gartenzwerg zur typisch deutschen Gartendekoration und überlebte mit all dem Stolz seiner Besitzer nicht nur den ersten, sondern auch den zweiten Weltkrieg. Danach erfuhr er eine moderne „Wiedergeburt“ durch die Schaffung neuer, provokativer Modelle. Nun wurden beispielsweise Zwerge mit Messer im Rücken, als Exhibitionisten, einen „Vogel“ zeigend, mit Motorsäge, mit erhobenem Stinkefinger oder gar als Politiker modelliert. Inzwischen halten sie uns unseren eigenen Spiegel vor und lachen sich dabei kaputt. Mit den beiden vorliegenden Zwergen beginne ich eine Serie von drei Doppelzwergen, die ich im Laufe der Zeit vervollständigen werde.

Acryl auf Holz, 15 x 40 cm, Vorlage: Muster aus dem Internet, 70.

Die beiden Bilder trugen zunächst ganz stolz unsere Gesichter, ohne dicke Backen und Brillen und wären unsere ersten Portraits gewesen. Sie so meiner Frau zu übergeben habe ich mich letztlich dann aber doch nicht getraut. Deshalb habe ich sie kurz vor ihrem Geburtstag übermalt. Übermalen ist eine durchaus übliche Technik früherer Maler gewesen und so wurde das eine und andere Schnäppchen-Bild beim Röntgen plötzlich wertvoll und berühmt. – Könnte hier auch passieren…