Seitdem das Stuttgarter Planetarium von der Jahrhundert-Baustelle nahezu unzugänglich eingekesselt war, habe ich es nicht mehr von innen besucht. Im Grunde genommen war es für Menschen mit Geheinschränkungen nicht mehr erreichbar. Deshalb konnte ich den Wunsch meiner Mutter, noch einmal, vielleicht ein letztes Mal, die Kuppel des Planetariums von innen in einer Vorführung zu sehen, nicht erfüllen. In dieser Zeit verstand ich auch, weshalb es dem Planetarium ursprünglich an den Kragen gehen sollte.
Dank der mittlerweile fertiggestellten 28 Kelchstützen entspannt sich jedoch die Situation rund um das Planetarium erheblich. Ich konnte meine Mutter deshalb am 30.8.22 in das Planetarium begleiten. Die Show „Lichter des Nordens“ erwartete uns. Sie war durchaus überwältigend; die Möglichkeiten des Universariums (räumlicher Projektor) zusammen mit der Laser-Technik und der kuppelfüllenden Videoprojektion sind beeindruckend. Wüsste man nicht, wo man sich gerade befindet – es könnte auch der Blick in eine sternenklare Nacht sein!
Zu den „Lichter des Nordens“ gehören – neben der Darstelung des Nordhimmels und seiner eigenen, für uns ungewohnten Perspektive – dessen Sternzeichen und – natürlich – die Nordlichter.

Solange man keine Erklärung für die Lichter hatte, hatten sie natürlich einen mystischen oder gar göttlichen Hintergrund. Da sie jedoch nicht gefährlich oder furchteinflößend sind, konnte man sie nicht dem nordischen Blitz- und Donnergott Thor andichten. Die Lichter lösen ohnehin mehr Erinnerungen an Tanz und Fröhlichkeit aus, als Schrecken und Angst. Mir kommen da Kobolde in den Sinn, die sich necken und gegenseitig fangen, was zu einem wirren Tanz führt. Und so, wie die Lichter nicht vorauszusagen sind, ist ihr Spiel völlig losgelöst von Ort und Zeit.
Bärbel
Ganz wundervolles Bild, ich schau es mir gerne immer wieder an