Pöddern ist eine interessante Fangtechnik – solange man nicht der Wurm ist. Der Begriff ist in Wikipedia gut erklärt, weshalb ich nicht näher darauf eingehe. Aale zu pöddern ist in Deutschland zwar erlaubt, aber nicht populär, weil man zum Angeln einfach einen Haken einsetzen muss, alles andere ist unromantisch. In Schweden und Norwegen sieht man die Sache etwas anders. Schon immer ging es dort darum, Aale möglichst effektiv zu fangen, weil man viele davon braucht(e). Aal hat Tradition. Und weil man Aal vorzugsweise nachts fängt, braucht man dort, wo man ihn fängt, nicht nur einen Lager-, sondern auch einen Schlafplatz. Und viel Ruhe, denn der Aal beißt nur, wenn er sich sicher fühlt. All das bietet die Aalkate in ihrer wunderbaren Abgeschiedenheit. Weil Aale sowohl im Salzwasser als auch im Süßwasser anzutreffen sind, findet man Aalkaten in der Abgeschiedenheit von See-, Flussufern und Küsten.

Acryl auf Leinwand, 70×50 cm, 98, Vorlage: Inspiriert von MeinSchiff.de.

Ein berühmt gewordenes Fanggebiet für Aale ist die Aalküste Südschwedens, die Skåne. Von ihr handelt das folgende Zitat:

Die Aalküste ist in insgesamt 140 Aaldrätter aufgeteilt. Diese sind jeweils 150 bis 300 Meter breit und erstrecken sich ein Hundert Meter weit ins Meer. Nur wer ein Aladrätt besitzt oder pachtet, darf hier Aale fangen. Auf den Aladrätten wurden Aalkaten gebaut, in denen die Fischer übernachten konnten. Einfache kleine Häuser mit einem Speicher zum Lagern und einem kleinen Zimmer mit Tisch und ein paar Schlafkojen. Während der Saison wohnten die Fischer oft wochenlang dort. Um den Fischkasten zu bewachen, in dem die gefangenen Aaale aufbewahrt wurden, oder um sich schnell aufs Meer hinauszubegeben und die Netze und Reusen retten zu können, wenn ein Sturm aufzog. Bevor die Aalkaten errichtet wurden, drehten die Fischer einfach an Land ihre Holzboote um und schliefen auf einem Strohlagen darunter.
Die Saison dauert traditionell nur gut drei Monate, während der sogenannten Aalfinsternis, wenn die Aale sich ins Meer begeben und auf ihrem Weg in die Sargassosee an den Küsten vorbeiziehen. Auf diese Aale haben es die Fischer an der Aalküste abgesehen, auf die größten und fettesten, die sich körperlich schon auf die lange Reise über den Atlantik vorbereitet haben.

Das Evangelium der Aale, S. 92, Patrik Svensson, dtv