Die Menschheit hatte in der Phase ihrer langen Entwicklung viel Zeit über das nachzudenken, was ihr als Hindernis erscheint und was nicht. Und wie man mit ihm umgeht. Die frühere Entscheidung im Umgang mit Hindernissen kennen wir nicht, wohl aber ihr heutiges Ergebnis: Hindernisse sind dazu da, um sie auszuräumen und alles, was den geraden Weg hindert, ist ein Hindernis. Man sollte annehmen, dass dadurch die Welt Stück für Stück einfacher würde. Aber nein, das Gegenteil ist der Fall! Hindernisse werden ersetzt. Nach jedem beseitigten Hindernis ist die Welt ein wenig komplizierter als zuvor. Und darauf ist die Menscheit stolz. Sie nennt es Fortschritt und behauptet, er sei die Folge von Intelligenz.

Acryl auf Leinwand, 70×50, 93. Nach einem Foto aus dem Internet

Die Natur ist da wie immer viel profaner. Stellt sich ihr ein Hindernis in den Weg, wird es einfach akzeptiert. Warum nicht einen ausweichenden Weg einschlagen, wenn es einen gibt? Und wenn nicht, dann eben miteinander klar kommen. Hindernisse verschwinden auf diese Weise von alleine, Zeit spielt dabei keine Rolle. Die Natur macht sich ihre Welt einfacher und holt sich ihre Freiheit zurück. Auch das ist Fortschritt und dazu braucht es keine Intelligenz.

Ich habe dieses Bild zwei Mal gemalt: einmal groß und einmal klein. Ich wollte prüfen, in wie weit Größe entscheidend für den Eindruck ist. Ich wollte nicht zwei gleiche Bilder malen, ähnliche waren schon ausreichend. Wer genau hinsieht, kann vielleicht auch erschließen, welches der beiden zuerst entstanden ist.

Acryl auf Leinwand, 40×30, 94. Nach einem Foto aus dem Internet