Ja, so einfach fängt das Bild an: mit der Auswahl des Trägermaterials. Worauf soll es entstehen? Die Auswahl fällt auf Holz.

Kiefernleimholz. Es stammt von einem Abschnitt eines Schrankeinlegefachs des Schwedenzimmers. Man sieht, es besitzt sowohl typische Holzmerkmale wie Äste als auch Verletzungen und Vertiefungen (zweite Leiste von oben). Und natürlich besitzt es auch eine Maserung. Die Richtung der Maserung legt die Bildorientierung fest: horizontal, also Querformat. Es malt sich einfacher, wenn man nicht gegen den Strich des Holzes arbeiten muss, die Farbe nimmt das dankbarer und deckender an. Außerdem bleibt die Holzstruktur weiterhin sichtbar. Sie wirkt deshalb realer, wenn sie sich nicht gegen die natürlichen Verläufe des Motivs stellen muss. Viele Linienverläufe eines natürlichen Motivs verlaufen somit horizontal parallel zur Holzstruktur.

Holzvertiefungen und Holzverletzungen können ausgebessert werden, indem sie z. B. mit Holzkitt gefüllt und anschließend geschliffen werden. Je nach Motiv können sie aber auch in das Bild integriert werden.
Für dieses Bild habe ich mich entschlossen, den Zufall zu akzeptieren und keine Holzkorrekturen vorzunehmen.

Um das Holz als Untergrund verwenden zu können, muss es gründlich fein abgeschliffen werden, damit sich die offenen Poren schließen. Da das Bild später nicht gerahmt werden soll, muss es zudem an den Rändern glatt geschliffen und seine Kanten gebrochen werden. Ich mache noch mehr: ich fräse sie rund.