Den Frieden hat die Natur für den Abend erfunden – zumindest aus Sicht des Menschen. In der Tier- und Pflanzenwelt sieht die Sache anders aus: dort signalisiert der Abend lediglich den Übergang der Bedrohung durch die Tag- zu den Nachträubern.

Der Mensch aber kann ihn genießen, den Übergang des Tages zur Nacht, die Phase der Ruhe und des Friedens. Nicht immer, aber meistens.

Acryl auf Papier, 32×24. Nach einer Fotografie aus dem Internet.

Wenn die Sonne für uns am Morgen aufgeht, liegt das daran, weil sich die Erde für uns sicht- und spürbar in den Strahlungsbereich der Sonne hineindreht. Wenn anderswo dadurch der Tag endet, beginnt er bei uns. Damit endet auch eine lange kalte Nacht, die Erdoberfläche beginnt sich zu erwärmen. Die warme Luft dehnt sich schließlich aus und steigt wegen ihres geringeren Drucks in Richtung Sonne „nach oben“. Dadurch entsteht Wind und ein Sog, der kühlere Luft nachzieht. „Oben“ angekommen, sorgt die warme Luft für Warm/Kalt-Turbulenzen, die bestrebt sind, eine gemeinsame Temperatur anzunehmen. Die Winde, die dadurch entstehen, treiben die Wolken vor sich her. Sind die Temperaturen schließlich angeglichen, lösen sich die Wolken auf und es herrscht strahlender Sonnenschein. Weil sich die Erde immer weiterdreht, zieht die Sonne von Ost nach West ihre Bahn und erreicht uns mit ihrer Strahlung immer weniger. Die bodennahe Luft kühlt ab und verdichtet sich dabei, während die Luft „oben“ immer noch von der nachlassenden Sonnenstrahlung profitiert. Sie gleicht ihre Temperatur mit der bodennahen an, was zu angenehm warmen Abendwinden führt. Ist der Temperaturausgleich erreicht, herrscht Frieden.
Natürlich ist das Wetterkunde unter Idealbedingungen, wie wir sie nur selten bei uns antreffen. Aber auch sonst bezeichnet man warme Luftmassen aufgrund ihres niedrigeren Drucks als Tief (-druckgebiete) und kalte als Hoch (-druckgebiete). Und der Wind weht stets von einem Hoch in ein Tief.