„Wie wär’s denn mit einem Bild zu Weihnachten in zwei Farben?“ fragte mich meine Frau und grinste mich dabei schelmisch an. Ich musste für meine Antwort kurz überlegen, dann aber wusste ich Bescheid.

Die Sache ist die: es gibt Frauen, die richten die farbliche Ausgestaltung eines Zimmers konsequent, kompromisslos und entgegen jeglicher äußerer Einmischung nach einem sich im Zimmer von Anfang an befindlichen Gegenstand aus – zum Beispiel dem Untersetzer eines Weinglases. So ein simpler, eher zufälliger Gegenstand entscheidet dann auf diese Weise die farbliche und möglicherweise auch stilistische Zukunft eines Zimmers. Für jedes Zimmer gilt das dann wieder aufs Neue – für einen initialen bestimmenden Gegenstand.

„Welche zwei Farben?“ fragte ich zurück. „Türkis und Pink“ hörte ich und schon wusste ich „Für das Wohnzimmer also“. Selbst kommunikativ äußerst kompliziert gestrickte Frauen können manchmal so einfach sein…

Blick von Büsum (Nordsee) nach Westen

Acryl auf Leinwand, 40×30, 27.

Ich habe die Herausforderung angenommen, war aber mehrmals fest entschlossen, das entstehende Bild zu packen und weg zu werfen. Das Malen nach Farben übt einfach nicht den mich in seinen Bann ziehenden Reiz aus. Fast schon aus Bosheit habe ich deshalb dem Wasser am Strand eine gehörige Menge Ultramarinblau zugemischt, so dass es stellenweise definitiv den Farbton Türkis verlassen hat. Mal sehen, was das für Konsequenzen hat. Meine Frau hat mir schon Bescheid gegeben: „Wenn sie es nicht möchte, nehme ich es!“