Diesen Ort habe ich im April besucht, zu einem Zeitpunkt, als noch kein Frühling war. Er ist magisch. Ich sitze auf der untersten von drei grob behauenen Treppensteinen und beobachte das Wasser. Ein Teil davon verlässt aufgrund einer Untiefe und des in das Wasser hineinragenden markanten Baums die Hauptströmung und fließt auf das gegenüber liegende Ufer. Dadurch entsteht ein Unterdruck, weshalb es dann im Widerspruch zur üblichen Erfahrung der Jagst entgegen fließt. Solange, bis der Unterdruck abgebaut ist, dann fließt es wieder mit dem Hauptstrom. Eine natürliche Gegenstromanlage. Kein Wunder also, weshalb in Gommersdorf bis zum heutigen Tag an genau dieser Stelle ein Freibad anzutreffen ist. Wahrscheinlich haben Generationen von Kindern und Erwachsenen hier im Sog des Kreisels schwimmen gelernt.

Schwimmbad in der Jagst

Acryl auf Papier, 32×24 cm, 39.

Dieses Bild habe ich an der Nordsee gemalt; teilweise bei so viel Wind, dass er mir die Farbe von der Palette weggepustet hat. Noch zwei Wochen später hatte ich Grün auf der Haut!

Natürlich hat das Freibad im April nicht so ausgesehen wie auf dem Bild. Eigentlich war es damals trostlos und verlassen. Deshalb habe ich versucht, es so zu malen, wie es möglicherweise im Sommer aussieht. Ob es mir geglückt ist, müsste ich bei einem erneuten Besuch überprüfen…