Trienzbachidyll III

Gehe einem Wasserlauf entgegen und du findest seine Quelle. Eigentlich logisch, aber das stimmt nicht immer. Manchmal ist es eben nur der Flussanfang, weil die Quelle im Verborgenen liegt oder einfach nicht existiert. Deutschlands kürzester Fluß, die Pader, ist ein schönes Beispiel dafür.

Als ich den Spuren des Trienzbachs entgegen gegangen bin, hatte ich auch eine verklärte, romantische Vorstellung von dessen Quelle. Es gibt sie aber nicht. Der Trienzbach speist sich aus einer schwammigen Hanglage, die in ein Wasserschutzgebiet eingespeist wird. Der Trienzbach ist damit nichts anderes, als übergelaufenes Grundwasser. Sein Pegel wird deshalb auch von der Menge des abgepumpten Grundwassers bestimmt. Nicht unbedingt romantisch.

Acryl auf Papier, 24×32 cm, 97

Klammert man einmal die notwendige Wirtschaftsinfrastruktur eines Wasserschutzgebiets aus, ist die Gegend trotz allem idyllisch und erlaubt durchaus ein Picknick an einer Wasserstelle, an der zum ersten Mal genügend Wasser zusammenläuft, um es als Flussanfang des Bachs gelten zu lassen. Die Natur hat auf dieses Wasser gelauert, denn sie saugt es gierig in unübersehbar vielen Wurzel auf.

← Vorheriger Beitrag

Nächster Beitrag →

1 Kommentar

  1. Sehr schönes Bild, Willi! Und ich hab auch noch was zum Trienzbach gelernt. 🙂

Antworte auf den Kommentar von Chris Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert